Wenn WOL noch fehlt



Wie man am besten mit dem Working Out Loud in eigenen Unternehmen oder Organisationen startet. Praxis Beispiele aus den erfolgreich gestarteten Unternehmen und Ideen Sammlung aus der WOL Communitys.

Du hast Working Out Loud (WOL) für dich entdeckt, deinen ersten Circle erfolgreich abgeschlossen und jetzt machst du dir Gedanken darüber, wie es weiter gehen könnte. Du kennst die Vorteile der WOL-Methode für dich und das Unternehmen und jetzt hast du Lust bekommen, mehr daraus zu machen. Wer ein WOL Circle hinter sich hat, der hat gelernt, erfolgreich in einem Team zu arbeiten, Vorteile von der Vernetzung zu nutzen und er hat erlebt, wie sich die neue Arbeitskultur anfühlt. Dann ist der Wunsch da, WOL in eigenem Unternehmen zu initialisieren, aber wie?

Einfach auf die Verantwortliche zuzugehen und fragen, ob man WOL einführen könnte, das funktioniert garantiert nicht. Die meisten Unternehmen, die es praktizieren, mit oder ohne einen offiziellen Auftrag, sind das Ergebnis von einzelnen WOL Enthusiasten, die mit viel Fleiß, Geduld und Mut das Unternehmen von unten für das WOL infiziert haben, richtig gelesen „infiziert“. WOL verbreitet sich am besten viral, wie ein Virus, man muss die Menschen anstecken, neugierig machen, dafür begeistern.

Einen Masterplan für die Einführung gibt es nicht und es wird auch keinen geben. Jedes Unternehmen hat eine eigene Kultur, jeder Mitarbeiter ist anders, deswegen braucht es auch individuelle Vorgehensweise. Hilfreich kann da nur sein, von der Erfahrung anderer zu profitieren und eigene Ideen auszuprobieren.

Mut fassen und starten

Bevor man überhaupt startet, sollte man sich gut über WOL gut informieren. Es gibt nichts Schlimmeres als eine Frage gestellt zu bekommen und man kann sie nicht beantworten. Für die Kompetenz Aufbau, empfiehlt sich das Buch von John Stepper und/oder verschiedene Beiträge, die man in letzter Zeit über WOL geschrieben hat. Eine schöne Sammlung findet man auf der Seite Working Out Loud Resources im Internet, die Seite ist aktuell und wird regelmäßig gepflegt.

Die Graswurzel Bewegung

WOL verbreitet sich am besten als Graswurzel Bewegung, von Enthusiasten initiiert, von unten nach oben. Hier sind ein paar Ideen, wie man damit am besten starten kann.

Pilot Circle - mit einem selbst organisierten Circle (Pilot) loslegen (#einfachMachen) und danach von gemeinsamen Erfahrungen berichten. Klein starten, nicht zu schnell "skalieren" wollen - ausprobieren, was, wie auf welche Resonanz stößt und machen. Dafür sucht man sich am besten die Personen in Unternehmen, die offen für etwas Neues sind und auch etwas bewegen wollen.

Hilfestellung - bei Bilden und Starten von neuen Circles anbieten.

Mund zu Mund Propaganda – bei jeder Gelegenheit mit Kolleg*innen sprechen, Methode/Nutzen erklären, Fragen beantworten. Eine sehr alte Methode, die immer noch sehr gut funktioniert.

Quick and dirty Workshops – kurze Workshops durchführen, 5-10 Minuten für Methode und Ablauf, 20 Minuten für Fragen und Antworten.

Vernetzen – Gleichgesinnte in und außerhalb von dem Unternehmen suchen und sich mit ihnen vernetzen. Dafür gibt es verschiedene Working Out Loud Gruppen in Facebook, LinkedIn, Xing und WOL_DE beim Yammer.

WOL Circle - mit dem Ziel „Working Out Loud in meinem Unternehmen initialisieren“ durchzuführen und Ideen für die Einführung sammeln.

Mitarbeiter Initiative WOL - Gleichgesinnte in Unternehmen suchen und mit ihnen eine WOL-Initiative gründen, um eigene Mitarbeiter zu unterstützen. WOL-Bewegung braucht Ansprechpartner, bei den man sich wenden kann, wenn man Fragen hat oder Unterstützung braucht. Eigeninitiative dabei nicht vernachlässigen, beim WOL ist das einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren.

ESN (Enterprise Social Network) nutzen – ist ein ESN im Unternehmen vorhanden kann man es sehr gut für WOL nutzen. Eine eigene WOL Gruppe einrichten für die Kommunikation, Infomaterial und Anmeldeliste für neue Circle.

Soziale Netzwerke nutzen – wenn man kein ESN in Unternehmen hat, kann man die sozialen Netzwerke dafür nutzen. Eine eigene WOL-Community einrichten, das soziale Netzwerk nutzen, das von den meisten Mitarbeiter genutzt wird. Ich habe die beste Erfahrung mit eine Facebook-Gruppe gemacht.

Kommunikation – ohne geht es gar nicht. „Mund zu Mund“ Methode habe ich schon oben erwähnt, funktioniert immer noch sehr gut aber heute in Zeitalter von Web 2.0 muss man die neue Kommunikation pflegen, Augenhöhe und die Möglichkeit für Interaktion nutzen. Erfolgsstorys sind ein erfolgreiches Mittel um etwas Neues zu vermitteln. Schreibt eure Erfolgsstorys über WOL, bringt eure Kolleg*innen dazu welche zu schreiben und publiziert es. Eine weitere sehr gute Idee kommt von Bosch #MyWOLMoment, die kürzeste Form einer Erfolgsgeschichte, beschrieben in einem Satz. Zusätzlich kann man die Erfolgsgeschichten aus anderen Unternehmen in der Community teilen. Ein gemeinsamer Blog kann man heute schon kostenlos einrichten und für das eigene WOL nutzen, alternativen sind LinkedIn Moments und Notizen beim Facebook. Eine weitere Möglichkeit ist, eigenen Hashtag zu kreieren wie z.B. #WOL@meinUnternehmen und die Kommunikation auf dem Twitter zu führen.

Live Meetings – 60-minutige Webkonferenz anbieten, außerhalb von der Arbeitszeit für interessierte Mitarbeiter zum Thema WOL.

Gemeinsames Mittagsessen - sich beim Mittagessen in der Kantine verabreden, um über WOL reden zu können. Immer wieder einen neuen Gast dazu einladen.

Walk & Talk – den mittags Spaziergang dafür nutzen, um sich zum Thema auszutauschen.

Workshop mit Videokonferenz - ein Workshop mit Videokonferenz organisieren, ein WOL Aktivist*in einladen, der alle Fragen zum Thema Working out Loud beantworten kann (Prophet in eignem Land...).

Working Out Loud ausrollen

Ist die Graswurzel-Bewegung in Gange, es ist die Zeit gekommen, das ganze etwas größer auszurollen. Auch hier gibt es sehr gute Beispiele und Ideen, wie man es machen kann. Hier mal die Reihenfolge TOP DOWN.

John Stepper einladen – eigentlich die beste Möglichkeit neue Teilnehmer zu gewinnen. Dafür sind ein Budget und ein Sponsor nötig.

Sponsor suchen – ist ein guter WOL-Ziel für ein Circle. Es gibt in zwischen Zeit gute Beispiele aus verschiedenen Unternehmen, wie man erfolgreich einen Sponsor findet.

Experience Workshops durchführen – ich nenne sie „Erlebnis-Workshops“, WOL lernt man nicht, WOL muss man erleben. Experience Workshops dauern zwischen 60 bis 90 Minuten und sind praktische Übungen aus den WOL Circles.

CO-Creation Team

WOL Nucleus-, Support-, Co-Creation-Team sind verschiedene Begriffe für Teams, die aus Freiwilligen bestehen und das WOL strukturiert und zielgerecht in eigenen Unternehmen treiben, allen Interessierten Teilnahme an Circles ermöglichen und WOL weiterentwickeln.

Fazit

An dieser Stelle möchte ich mich herzlichst bei allen bedanken, die diesen Beitrag ermöglicht haben, Katharina Krenz und Ilona Libal für das Teilen, Stefanie Moser und Martina Eberl für ihre Ideen. Ein ganz besonderer Dank geht an Julia Weber und Harald Lauritsch für die persönliche Unterstützung und einen tollen Austausch!

Diese Zusammenfassung ist nicht endgültig und wird mit jeder neuen Idee erweitert.


Neue Ideen

Meet-Up - interne Treffen von WOL-Teilnehmer für Erfahrungsaustausch organisieren und darüber berichten. Neugierige Mitarbeiter beim nächsten  Treffen einladen. 

Kommentare

  1. Danke Denny für diese Übersicht. So viele Ideen, da gibt's nun wirklich keine Ausreden mehr, los geht's! Ich freu' mich, wenn damit mehr Menschen inspiriert werden, mit dieser offenen Haltung zusammenzuarbeiten.

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  2. Für alle, die auch von #WOL begeistert sind, hat @DennyKondic umfassend und übersichtlich Hilfestellungen zusammengestellt. Vielen Dank, @DennyKondic !

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  3. Danke, @Denny Kondic, für die umfassende und leicht verständliche Sammlung! Eine Hervorhebung aus eigener Erfahrung: es ist kein Selbstläufer, sondern mühsame Arbeit an der Graswurzel. Das geht nur mit der tollen Unterstützung aus dem WOL Netzwerk. Danke, @Katharina Krentz, an dieser Stelle für die Ermutigung!

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  4. Vielen Dank für dein Feedback Julia!

    Du hast Recht, es ist kein Selbstläufer, es braucht Menschen wie Katharina Krenz und anderen die so eine Graswurzel-Bewegung in das Unternehmen initiiert haben und dafür sorgen das noch mehr werden. Working out Loud ist das Fundament für eine bessere Innovations- und Arbeitskultur und ohne die ist New Work nicht möglich. Es ist Zeit was zu tun und jeden muss bei sich selber anfangen!

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  5. Super gemacht Denny, das bringt mich ein wenig weiter!

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  6. Danke Denny mit dieser Frage setzten sich bestimmt mehrere Menschen auseinander die #WOLlen.

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